Die Sylphide

C. Loewe

Liebes, leichtes, luft'ges Ding,

Schmetterling,

Das da über Blumen schwebet,

Nur von Tau und Blüten lebet,

Blüte selbst, ein fliegend Blatt,

Das mit weichem Rosenfinger!

Wer bepurpurt hat.

War's ein Sylphe, der dein Kleid

So bestreut?

Dich aus Morgenduft gewebet,

Nur auf Tage dich belebet?

Seelchen, und dein kleines Herz

Pocht da unter meinem Finger,

Fühlet Todesschmerz.

Fleuch dahin, o Seelchen, sei

Froh und frei,

Mir ein Bild, was ich sein werde,

Wenn die Raupe dieser Erde

Auch wie du ein Zephyr ist,

Und in Duft und Tau und Honig

Jede Blüte küßt.