Ihr Spaziergang

C. Loewe

Will die Holde sichergehen

an dem hellen Friihlingstag?

Armer! du musst ferne stehen,

folgtest doch so gern ihr nach!

Möchtest a! s der Pfad dich winden,

der sie deinem Blick entführt;

sel'ge Lust muß er empfinden,

den ihr zarter Fuß berührt.

Möchtest sie, ein Lüftchen, kühlen,

kosend ihr das Haupt umwehn,

mit den seidnen Locken spielen,

Stirn und Wange ihr umwehn!

Möchtest ihr Gerüche spenden,

blaues Blümchen tief gebückt,

bis zum Strauß mit kleinen Händen

dich die Süße abgepflückt.

Möchtest, eine muntre Quelle,

rieseln aus dem Felsgestein

und als Bächlein klar und helle

ihrer Schönheit Spiegel sein.

Möchtest, wenn mit zarten Gliedern

sie nun ruht am schatt'gen Baum,

Vöglein, sie mit leisen Liedern

lullen in den süßen Traum.

Möchtest sie im Schlaf umschweben,

ihr ein liebes Traumgesicht:

Ach! es ist dein höchstes Streben,

doch zu hoffen wagst du's nicht.