Letzter Seufzer

C. Loewe

Regenwetter ziehen trübe,

und der Himmel scheint mir grau.

Ach! der Sommer ist entschwunden,

und der Winter naht sich rauh.

Sieh! Die Blumen auf den Wiesen,

sie vergehen ganz und gar,

und nur grosse kahle Steppen

sieht man statt der Ährenschar.

Auch den grünen Schmuck der Bäume

raubt des Herbstes Knochenhand,

Und es wehen nasse Winde traurig

über Berg und Land:

Alles trübe, alles traurig,

wie dies Herz in meiner Brust.

Ach, den Spätherbst meines Lebens

fühl' ich, ohne Frühlingslust.

Meine Kräfte sind geschwunden,

meine Freuden sind dahin.

Ach, es fesseln bittre Schmerzen

mich ans Krankenlager hin.

Sei du mein Trost, du Gott da droben,

wenn mir auch trüb' die Welt erscheint:

Sei in Gefahren du und Leiden mein Hort,

mein Vater und mein Freund!

Schau' her auf meine Prüfungsstunden,

gieb frohen Mut in Leiden mir!

Und, Vater, wenn ich ausgelitten,

so nimm mich gnädig auf zu dir!