Melek am Quell

C. Loewe

»O wie du schnaubst aus voller Brust

Und stampfst vor Lust!

Hat dich's erquickt, mein Roß,

Du treuer Weggenoß?

O wie sich nun mein Herz erneut

Des Lebens freut!

Nun regt sich jeder Puls in mir,

Allah, zum Danke dir.«

Und wie er's spricht, des Weges Sohn,

Senkt nieder sich die Sonne schon

Und gießt vom duft'gen Himmelsrand

Purpur weit über der Wüste Sand.

Und wie ihr letzter Schein verschwimmt,

Am Himmel Stern bei Stern erglimmt,

Hinan blickt Melek, von Lust entzückt,

Aus jedem Sterne Maisuna blickt.

»O die ihr schwimmt in dem blauen Meer,

Bringt Gruß ihr von der Geliebten her?

Auf euch wohl blickend die Teure wacht,

Drum strahlt so seliges Licht die Nacht.»

*

* *

Am Quell ein Tamariskenbaum

Umsäuselt seiner Seele Traum;

Da schlummert Melek, dichtumlaubt,

Gelehnt an seines Roßes Haupt.