Rundgesang im Freien

C. Loewe

Mit tausendfacher Schöne

begrüsst der Lenz die Flur:

O hört die frohen Töne

der jubelnden Natur!

Das Leben in den Teichen,

das Schwirren in der Luft!

Und was ist zu vergleichen

dir, milder Frühlingsduft?

Das Saatgewühl der Felder,

die lebensvolle Au,

das Laub der Schattenwälder,

besprengt vom Morgentau!

Du reiner Strahl der Sonne,

der durch das Waldgrün bebt,

und zu der hohen Wonne

des reinsten Friedens hebt.

Wenn Flimmerglanz der Sterne

die weite Abendwelt

der dunkelblauen Ferne

und meine Nacht erhellt:

was gleichet dem Entzücken,

das dann die Seel' umfängt,

wenn sie mit Hoffnungsblicken

am Sternenhimmel hängt?