Winterlied

C. Loewe

Schöpfer, deine Herrlichkeit

Leuchtet aus zur Winterszeit,

in der wolkenvollen Luft,

in den Flocke, in dem Duft.

Du bewahrst der Erde Kraft

sparst der Bäume Nahrungssaft,

tust, wofür der Landmann bat,

deckst und wärmest seine Saat.

Der des Sperlings nicht vergißt,

sorgt noch mehr für dich, o Christ,

Gott sei dir in Hitz und Frost

Freude, Zuversicht und Trost.

Bleibe du, mein Herz, nur warm.

Ist ein Bruder nackt und arm

sein soll meine Wonne sein,

ihn soll warme Speis erfreun.

Nach des Winters kalter Nacht

lebet alles, alles lacht;

Bäume, Wiese, Wälder blühn,

und die dürre Welt wird grün.

Also blüht nach kurzer Zeit

aus dem Staub Unsterblichkeit.

Neu und ungeschaffen einst

sind wir, wenn du, Herr, erscheinst.

Eile, Tag der Freud, heran,

wo kein Frost mehr kränken kann.

Sonne, die nie untergeht,

sei gelobet und erhöht.