Der Heimatlose

Louis Ferdinand, Prinz von Preußen

Der Abend schließt die samtne Tür,

das Mondlicht findet fort von mir.

Kein Stein kennt mich. Kein Bettler glaubt,

wie sehr ihm bleibt, was mir geraubt.

Der Sommer winkte Frucht und Wein.

Ich grüßte ihn und war allein.

Sind's Sprache, Mensch, sind's Zeit und Raum?

Ich träume meinen schweren Traum

und wand're, aller Wunderbar,

durch fremde Lande Jahr um Jahr.

Kein Licht hellt mir die Pfade aus

zu meinem schwarzverkohlten Haus;

zu deinem Mund, den ich gekannt

wie meiner Kindheit Zauberland.

Was bleibt mir noch? Ein tiefer Trunk,

umnebelnd die Erinnerung.

Der Abend löscht im Nachtgebet

sein Amen aus. Es ist zu spät!