Ach neige, du Schmerzenreiche

Louis Schlottmann

Ach neige,

Du Schmerzenreiche,

Dein Antlitz gnädig meiner Noth!

Das Schwert im Herzen,

Mit tausend Schmerzen

Blickst auf zu deines Sohnes Tod.

Zum Vater blickst du,

Und Seufzer schickst du

Hinauf um sein' und deine Noth.

Wer fühlet,

Wie wühlet

Der Schmerz mir im Gebein?

Was mein armes Herz hier banget,

Was es zittert, was verlanget,

Weißt nur du, nur du allein!

Wohin ich immer gehe,

Wie weh, wie weh, wie wehe

Wird mir im Busen hier!

Ich bin ach kaum alleine,

Ich wein', ich wein', ich weine,

Das Herz zerbricht in mir.

Die Scherben vor meinem Fenster

Bethaut' ich mit Thränen, ach!

Als ich am frühen Morgen

Dir diese Blumen brach.

Schien hell in meine Kammer

Die Sonne früh herauf,

Saß ich in allem Jammer

In meinem Bett' schon auf.

Hilf! rette mich von Schmach und Tod!

Ach neige,

Du Schmerzenreiche,

Dein Antlitz gnädig meiner Noth!