Jägers Abendlied

Louise Pauline Marie Héritte-Viardot

Im Felde schleich' ich still und wild,

Gespannt mein Feuerrohr.

Da schwebt so licht dein liebes Bild

Dein süßes Bild mir vor.

Du wandelst jetzt wohl still und mild

Durch Feld und liebes Thal,

Und ach mein schnell verrauschend Bild

Stellt sich dir's nicht einmal?

Des Menschen, der die Welt durchstreift

Voll Unmuth und Verdruß,

Nach Osten und nach Westen schweift,

Weil er dich lassen muß.

Mir ist es, denk' ich nur an dich,

Als in den Mond zu sehn;

Ein stiller Friede kommt auf mich,

Weiß nicht wie mir geschehn.