Der Thau
Ludwig Neuhoff
Es blinket der Tau in den Gräsern der Nacht
der Mond zieht vorüber in stiller Pracht,
die Nachtigall singt in den Büschen.
Es schwebt über Wiesen im Dämmerschein,
der ganze Frühling duftet hinein,
wir beide wandeln dazwischen.
O Lenz, wie bist du so wunderschön!
In dem blühenden Rausch dahinzugehn,
am Arm seine zitternde Liebe,
mit dem ersten Kuß in den Himmelsraum,
und fest zu glauben im törichten Traum,
daß es ewig, ewig so bliebe.