Unsäglich Schmerz

Ludwig Senfl

Unsäglich Schmerz

empfind't mein Herz

versehrt an allen Enden.

Ich fürcht' es wöll'

mir Ungefäll

mein Freud' auf Erden wenden.

Durch Scheidens Fall

Seufzen ohn' Zahl

wird ich zu allen Stunden

bedenken das, wie es vor was:

tuet mein Gmüet verwunden, verwunden.

Rat zue Gelück

der Sorgen Strick

nimm weg und tue verhüeten

mit Freuden die

der ich mich nie

zue sehen an mocht nieten

daß ihrer Ehr'

durch Weges Fähr'

beschehe kein Verletzen.

Elend bleib ich

und mein als mich

auf Erd' ihr'r mag ergetzen.

Stät Leid und Klag

wird mir kein Tag

mein Leben lang verlassen.

Oft wünschen mir,

daß ich von ihr

nie hätt' erkennt dermaßen

schön Zucht und Bärd'

kein Sach auf Erd'

bringt mir solichen Schmerzen.

Treulich ohn' List

bleibt sie und ist

der halb' Teil meines Herzen.