Des Kreuzfahrers Rückkehr
Lydia B. Smith
Großer Thaten that der Ritter
Fern im heil'gen Lande viel,
Und das Kreuz auf seiner Schulter
Bleicht' im rauhen Schlachtgewühl.
Manche Narb' auf seinem Schilde
Trug er aus dem Kampfgefilde,
An der Dame Fenster dicht
Sang er so im Mondenlicht:
Heil der Schönen! aus der Ferne
Ist der Ritter heimgekehrt,
Doch nichts durft' er mit sich nehmen,
Als sein treues Roß und Schwert:
Seine Lanze, seine Sporen,
Sind allein ihm unverloren,
Dieß ist all sein irdisch Glück,
Dieß und Thekla's Liebesblick! -
Heil der Schönen! was der Ritter
That, verdankt er ihrer Gunst,
Darum soll ihr Lob verkünden
Stets des Minstrels süße Kunst!
»Seht, das ist sie,« wird es heißen,
Wenn sie ihre Schöne preisen,
»Deren Augen Himmelsglanz
Gab bei Ascalon den Kranz!«
»Schaut ihr Lächeln! Fünfzig Männer
Streckt' es leblos in den Staub!
Und Iconium, ob sein Sultan
Muthig stritt, ward ihm zum Raub!
Diese Locken, wie sie golden
Schwimmen um die Brust der Holden,
Legten manchem Muselmann
Fesseln unzerreißbar an!« -
Heil der Schönen! dir gehöret,
Holde, was dein Ritter that -
Öffne darum ihm die Pforte,
Nachtluft streift, die Stund' ist spat!
Dort in Syriens heißen Zonen
Mußt' er leicht des Nords entwohnen!
Lieb' ersticke jetzt die Scham,
Weil von ihr der Ruhm dir kam!