Das schöne Kind

Balfe, Michael William

Das schöne Kind nimmt Abschied von der Welt;

was ist's, das bang das fromme Herz ihr schwellt?

Wenn beim Altar sie betend niederkniet,

manch teures Bild an ihr vorüberzieht.

Eh' sie das Glöcklein ruft so silberhell

hin zu des Klosters einsam stiller Zell',

wird's ihr so warm, so wunderbar ums Herz

von Lieb' und Lust und bittersüßem Schmerz!

Ihr leiser Wunsch erklinget fort und fort,

wecket den Tanz und hebt den Chorgesang;

mit gier'gem Ohr lauscht sie dem Liebeswort,

das traulich tönt vom mondbeglänzten Gang.

Zum sanften Ton der sanfte Seufzer schwillt

und segnet froh der Jugend Zauberkraft.

Doch hat die Zeit die Unruh' nicht gestillt,

noch lebt der Traum, der Hoffnung ewig schafft.

Wehr auch der Wind mit Ungestüm daher,

lächelt doch hold der Himmel in dem Meer.