Meerfahrt

M. Beer

Einsam durch die Meeresweiten

Zieht das Schiff in holder Nacht,

Silberhelle Wellen gleiten

Still ihm nach und flüstern sacht.

Fernher klingt's vom Campanile

Wie ein letztes Liebeswort,

Und vom Lido wehen viele

Süße Grüße nach zum Bord.

Alles ruht nach schwülem Tage

Und ich schaue, athmend kaum,

Lauschend einer Zaubersage

In des Himmels Wunderraum.

Auf der kühlen Binsenmatte

Lächelt Liebchen mild im Traum,

Feenschleier webt das matte

Mondlicht ihr von Silberschaum.

Holde Träume nahen leise,

Alles webt in Duft und Glanz,

Und nach alter Märchenweise

Fühl ich mich verzaubert ganz.

Weiß nicht mehr, was Traum, was Leben,

Welcher Zauber mir gescheh'n,

Welch' ein wonnig' Traumesweben --

Seligste Verweh'n, vergeh'n!