Du siehst nicht, wer hier steht
M. Hauptmann
Du siehst nicht, wer hier steht,
Du fragst nicht, wie's mir geht;
Schlimm geht mir's, Gott sei Dank und dir.
Es könnte wohl ein Blick
Verbessern mein Geschick;
Du hast für mich wohl keinen hier?
Und fragst du, was mir fehlt?
Es sei dir nicht verhehlt:
Es ist die alte Krankheit noch.
Du wolltest nie und nun
Mir Arzt zu sein geruhn,
Und keinen andern mag ich doch.
O leg' ein gutes Wort
Für mich an einem Ort,
Bei deinem Herzen leg' es ein!
Du sprichst: Ich thät es gern,
Doch wollen solche Herrn
Nicht immer überlaufen sein.
O sieh! die Thränen gehn,
Und wollen ab nicht stehn
Zu klopfen an der Gnade Thor.
Ob's auch von drinnen spricht:
Der Pförtner öffne nicht!
Die alten Bettler stehn davor.