Von fernen Fluren
M. Hauptmann
Von fernen Fluren weht ein Geist
So licht und schön; melodisch fleußt
Sein Hauch dahin;
Er spricht mich an aus reiner Saiten Gold,
Ich kenn' ihn nicht, und bin ihm doch so hold.
Er naht sich in der Wehmuth Schmerz,
Und dringt so sanft ins stille Herz,
So sanft und still;
Und athmet wieder in der Saiten Gold,
Ich kenn' ihn nicht, und bin ihm doch so hold.
Wenn Sehnsucht mir das Herz erfüllt,
Ruft mir sein Zauber, zärtlich mild,
Der Liebe Trost;
Da schwimmt das Herz auf reiner Saiten Gold,
Ich kenn' ihn nicht, und bin ihm doch so hold.
Wenn Andacht mir die Brust erhebt,
Er ist's, der liebend mich umschwebt,
Mit Himmelswehn.
Entzückung ströt aus seiner Saiten Gold,
Ich kenn' ihn nicht, und bin ihm doch so hold.
Sein Hauch ist Liebe, sein Gesang
Lös't heiliger Gefühle Klang
Harmonisch auf!
Hörst du ihn nahn? Es tönt der Saiten Gold.
Ich kenn' ihn nicht, und bin ihm doch so hold.