Sehnsucht nach dem Landleben

M. Haydn

Auf's Land, auf's Land, da steht mein Sinn

so einzig, ach, so einzig hin!

Da lebt sich's gut, da lebt sich's froh,

und nirgends, nirgends lebt sich's so.

Da schlägt im Mai die Nachtigall,

da rauscht und tanzt der Wasserfall,

da gleitet friedlich und gemach

Im Wiesengrund der Silberbach.

Auf's Land, da steht mein Sinn

so einzig hin!

Da lebt sich's gut, da lebt sich's froh,

und nirgends, nirgends lebt sich's so.

Da sprossen Blümchen gelb und blau

und weiß und rot auf grüner Au,

da ladet mich der Schattenhain

in sein verschwieg'nes Dunkel ein.

Da winkt die Laube von Jasmin,

wo Veilchen rings und Rosen blüh'n,

da würzt der Bäume Blütenduft,

des Flieders Hauch die Abendluft.

Auf's Land, da steht mein Sinn

etc.

Da wiegt in manchen süßen Traum

der Rasenstelle weicher Saum;

da lauscht der Mond des Müden Ruh'

so freundlich durch die Pappeln zu.

Da kennt man nicht der Mode Zwang,

nicht Launenspiel und Grillenfang,

da trübt nicht Spott, Betrug und Neid

den Himmel der Zufriedenheit.

Auf's Land, da steht mein Sinn

etc.