Am Abend

M. Jentsch

Es singt eine Lerche im Abendroth,

Hoch über purpurnen Ähren,

Hoch über Verwesung, Grab und Tod,

In freien glücklichen Sphären.

Die Welt wird dunkler, die Lerche singt fort

In sanft verballendem Liede,

Die Schatten rücken von Ort zu Ort,

Und ringsum athmet der Friede.

Du große heilige Abendwelt,

Schon blitzt es in himmlischen Räumen,

Und rings auf dunkelschattenden Feld

Beginnen die Blumen zu träumen.