Brautlied

M. Meyer-Olbersleben

Zieret die Pforte mit Blumengewinden,

Laßt uns die Säulen durch Kränze verbinden:

Siehe, die Stunde, die festliche, naht!

Bald zu des Lebens herrlichster Feier

Schmückt dich die Myrthe, der wallende Schleier,

Streut man die Rosen zu duftendem Pfad.

Balde im Glockenklingen

Hörst du das hohe Lied,

Das dir mit süßem Singen

Lange die Brust durchzieht.

Leis mit des Herzens sehnendem Schlagen

Singt es von sonnigen, glücklichen Tagen,

Singt von der Liebe goldener Zeit:

Sieh, seit die Menschen aus Eden vertrieben

Ist uns die Weise im Herzen geblieben

Als eine Ahnung der Seligkeit.