Der Sausewind

M. Reger

Mädel, halt die Röcke fest,

Wenn die Winde blasen!

Kaum, daß sich was sehen läßt,

Dreh'n sich zwanzig Nasen!

Wo sich Band und Zeug verwirrt,

Schau'n die Jung' und Alten,

Mädel, wenn's bedenklich wird,

Spring ich zu zum Halten.

Hui, wie eine Fahne schwingt

Sich das zarte Röcklein!

Selbst ein alter Esel springt

Wie ein trunken Böcklein;

Schielt er sich die Augen blind

Grad wie auf der Freite,

Doch ein junger Sausewind

Ist dir längst zur Seite!

Komm, ich führ dich rasch und gut

Zu verschwiegenem Neste.

Mädel, wo der Wind hier ruht,

Halt nicht gar zu feste!

Schreit ich bald straßab und sing

Keck und frohen Mutes:

Mit und ohne Hochzeitsring

Ist die Lieb' was Gutes!