Frühlingsruf

M. Reger

Es geht ein Träumen süß durchs Land,

der Frühling wirbt mit reicher Hand

und rosengleichen Wangen;

die Bäume wölben schon ihr Dach,

und kühle Fluten treibt der Bach,

uns gastlich zu empfangen.

Und alle bunte Herrlichkeit

macht Seelen froh und Herzen weit;

auch mein's hat sie getroffen.

Nun träumt's von kühlem Aufenthalt,

von Bergen, Tälern, duft'gem Wald

und süßem, schönem Hoffen.

Schon morgen, wenn der erste Schein

des Tages grüßt den grünen Hain,

ruft Einer schnell den Andern:

Dem Fröhlichen gehört die Welt,

drum frisch hinaus ins weite Feld;

gepriesen sei das Wandern!