Notturno

M. Reger

Vor meinem Fenster schläft die Nacht,

Kaum, daß ein Licht den Pfad erhellt,

Ob in der weiten Sommerwelt

Noch eine Seele wacht?

Die Blumen duften süß und schwer,

Und fern und leise klingt das Meer.

Wo bist du, die ich suche?

Ob deine Seele, du Reine,

Der Stern am dunkeln Himmel ist,

Der meine trunknen Augen küßt,

Meine, nur meine?

So tief und leuchtend glüht der Schein,

Das kann nur deine Seele sein,

Nur deine!