O frage nicht!

M. Reger

O frage nicht in bitt'rem Harm,

warum du ohne dein Verschulden

an Sorgen reich, an Freuden arm,

so viel des Elends mußt erdulden.

Warum? Du marterst dich vergebens

und bringst doch nicht ein Fünkchen licht

ins dunkle Rätsel deines lebens.

Drum dulde still und frage nicht.

O frage nicht in bangem Schrnerz,

wenn bitt're Leiden dich bedrücken,

warum dein armes schwaches Herz

erhoffte Freuden nicht beglücken.

Frag' nicht, warurn es deinem Leben

an Glück und Sonnenschein gebricht?

Dir ward ein Menschenloos gegeben.

Drum dulde still und frage nicht.