Weinend still blick' hinab

M. Reger

Weinend still blick' ich hinab

hier ins off'ne, dunkle Grab,

wo ein Herz, das warm geschlagen,

starr und kalt seit wenig Tagen,

jetzt dem Staub man übergab.

Weine still! Weinte einst

Jesus selbst wie jetzt du weinst,

wird er's mild auch dir gewähren,

wenn du trauernd heiße Zähren

liebend mit Gebet vereinst.

„Weine nicht!“ Trosteswort

sprach der Herr zu Naim dort.

Lass verstummen bitt're Klagen,

Trost im Leid wird nie versagen

unser Heiland fort und fort.

„Dulde still!“ Beug' dein Haupt!

Küss' die Hand, die dich beraubt!

Wandle treu den Weg der Frommen,

willst du einst zum Heiland kommen,

eher, als du selbst geglaubt.