Bitte

M. Scharf

Sei Du mein Lieb'! Ich steh allein,

Allein auf dieser schönen Welt,

Wo rings des Himmels heller Thau

Auf Blumen doch und Disteln fällt!

Vergönne mirs, an Deiner Brust

Zu lehnen sanft das schwere Haupt,

Daß wieder mir die Sonne scheint

Und daß mein Herz aufs Neue glaubt.

Der Hoffnung Kräfte sind erschöpft,

Der reiche Blüten einst entsproßt,

Die letzte welkt -- o zögre nicht! --

Gib mir die Lieb als Lebenstrost!

Doch kannst Dus nicht, und wär' umsonst

Der treuen Seele heißes Flehn,

Dann zürne nicht, dann schweige nur --

Und einsam will ich weiter gehn!