Das bessere Land
M. Scharf
Kennst du das Land, -- wo alles Leid sich stillt,
Die arme Brust nicht mehr vom Jammer schwillt,
Wo leise Ruh' das kranke Herz erquickt,
Und heil vom Schmerz das Auge freier blickt? --
Kennst du es wohl? -- Dahin, dahin
Will ich zu ihr, zu der Geliebten ziehn.
Kennst du das Haus und sein bemoos'tes Dach?
Und eng' und bang' das finstere Gemach?
Doch wohnt sich's gut; nichts stört des Pilgers Schlaf,
Der müd' und matt hier seine Heimat traf. --
Kennst du es wohl? -- Dahin, dahin
Ins stille Haus der Gattin will ich ziehn.
Kennst du den Berg? und drüben auch das Thal?
Hier schließt der Weg, hier endet jede Qual.
Der Abgrund gähnt -- es ruft aus ihm mir zu:
"Ich harre dein! Komm! Ach -- was säumest du?"
Sie rufet mich! -- Hinab! ja hin
Zu ihr soll's mich, zu der Verlornen ziehn!