Einsam

M. Scharf

O Welt, wie bist du trüb' und öde,

Wie scheint die Sonne matt und kalt.

Die Ruhe selbst flieht, wenn ich bete.

Der Hoffnung Blüthen welken bald.

Der Vater und die Mutter liegen

Auf stillem Friedhof unter'm Gras.

Ihr Kind muß hartem Wort sich fügen,

das froh zu ihren Füssen saß.

Kein Freund kommt mir die Hand zu drücken,

Mich traut und liebreich anzusehen.

Zum Horizont nur mag ich blicken

Und nach den schnellen Wolken spähen.

O Gott, sei gnädig deinem Kinde,

Schick einen leisen Hoffnungsstrahl.

Send' mir einen Hauch der Abendwinde,

Der Glockengruß aus meinem Thal.