Südliches Glockenspiel

M. Schütter

Dem Glockenerz sich hell ein Ton entringt

und hallt und wallt, um plötzlich zu erschweigen.

Horch! Jetzt ein zweiter, sich erlösend, singt.

Voll Lust, den Schwesterton zu übersteigen,

ein dritter laut sich in die Lüfte schwingt.

Nicht lange, und sie müssen stumm sich neigen

vor dunklerm Tone, der sie niederzwingt.

Nun stirbt auch er. Es lastet schwangres Schweigen.

Vergeblich harrst du, dass die Stille bricht:

Des Läutens Wehmut bannt dein Angesicht.