In Meissenheim
M. Schweikert
In Meissenheim im Garten schläft unter Gras und Stein
ein Mägdlein, zu erwarten den Herzliebsten sein.
Ernst ragt des Chores Mauer. Kein Menschensinn ermisst
wieviel an Freud und Trauer hier stumm begraben ist.
Durch eines Gottes Lieben beglückt, der sie umwarb,
ist sie ihm hold geblieben, wenngleich sein Leben starb.
Drum blüht sie im Gemüte uns jeden Tag aufs Neu'
als Vorbild reiner Güte und echter Mädchentreu.
Solang das Lied wird tönen vom Heideröselein,
soll Dein, der Edlen, Schönen, ein treu Gedenken sein.
Ruh aus im kühlen Bette, von Lebens Last und Leid!
Gesegnet sei die Stätte in alle Ewigkeit.