Serenade auf dem Meer

M. Schweikert

Stille, stille Nacht!

Nur die Welle murmelt sacht.

Träge wäscht sie um der Klippen

Starre Rippen,

Und verdrossen unterm Haus

Schüttet sie den vollen Eimer aus.

Horch, von ferne her

Kommt es tönend übers Meer.

Klänge, die in Wasserbreiten mondhell gleiten,

Körperlos wie Sphärenklang,

Wie ein Geisternachen voll Gesang.

Klimmt ein Engelhauf

Goldne Leiter ab und auf?

Fühl' ich ew'ger Freude Wellen mich umschwellen?

Wolkenbette mich umflockt!

Jeder Ton ein Cherub goldgelockt!

Übers Meer hinan

Schweb' ich helle Mondenbahn.

Mit den Wolken aufwärts wallend,

Sanft verhallend,

Trägt mich der beschwingte Chor

Schlafend zu den Seligen empor.