Bitte
M. Spicker
Dein Auge ist die tiefe See,
in der mein Hoffen ruht,
die See, aus deren Flut ich trank
so frischen Lebensmut.
Wie hab' ich doch dir unbewusst
so manche süße Stund'
hinabgeschaut in stummem Glück
auf ihren dunklen Grund.
Wie Frühlingsträume zog es dann
so lind durch meine Brust,
ach, Träume wundersel'ger Art
voll schmerzlich süßer Lust.
O lass, wenn wildes Ungestüm
die Seele mein umfängt,
wenn wieder sich der finst're Trotz
auf meine Stirne drängt,
lass einen Blick aus diesem Aug'
voll wundersamer Macht
mich treffen, dass sein milder Strahl
verscheucht der Seele Nacht.
Dass alles Weh', das mich bedräut,
sich löst in Lieb' und Glück
von diesem einen Blitz des Lichts,
vor deinem süßen Blick.