Was blieb und war

M. von Dietrichstein

Im Arme der Vergangenheit

Liegt, was der Lenz gebar;

Wie Blume sich an Blume reiht,

So floh der Träume gold'ne Zeit:

Sie war!

Da hört' ich, was die Weisheit sprach:

Ich dachte, wählte, schrieb;

Und schlich von ihr der Thorheit nach:

Der gute Thor, der Mensch, ist schwach!

Das blieb!

Im Strom des Lebens wiegten sich

Zwei Augen blau und klar,

Ein Mund, um den ein Lächeln schlich,

Und diese Lächeln suchte mich:

Das war!

Wie manches, das wie diesen Traum,

Die Fluth vorüber trieb,

Verschlang mit ihn der Woge Schaum;

Es war nicht mehr, und lebte kaum:

Das blieb!

Die Hoffnung trug den Augenblick

Des Glücks von Jahr zu Jahr;

So floh die Zeit, so floh das Glück,

Und was entfloh, kommt nie zurück:

Es war!

Behalte für den dunklen Rest

Die heitern Träume lieb,

Auch welken Blumen naht der West,

Und liebe treu und halte fest,

Was blieb!