Der Rosenkranz
M. von Kralik
Bei dem Sohn, den du, o Jungfrau,
von dem Geist empfangen hast,
den du vom Gebirg' getragen
einst mit Freud' und Bangen hast,
bei dem Kind, das du, o Jungfrau,
in dem Stall geboren hast,
in dem Tempel aufgeopfert
und daselbst verloren hast;
bei dem Heiland, deinem Sohn,
der für uns sein Blut vergoss,
der für uns gegeißelt worden
und gekrönt mit Dornen bloß,
der für uns das schwere Kreuze
wie ein Lamm getragen hat,
der für uns gekreuzigt worden
schmählich an Verbrecherstatt;
Bei dem Gott, der von dem Tode
glorreich auferstanden ist,
in den Himmel aufgefahren
hin zu seinen Landen ist,
der den heil'gen Geist uns sandte,
der dich selbst, beglückt, versöhnt
in den Himmel aufgenommen
und im Himmel hat gekrönt;
ruf' ich und erwarte Hilfe.
Denn es ist noch nie gescheh'n,
dass Maria den verstoßen,
welcher wollte zu ihr geh'n.