Gebet
M. von Kralik
Ich kann so recht nicht wissen,
um was ich bitten soll;
von allen Himmelsgaben
ist schon die Seele voll,
dass sie, zu klein, sie zu fassen,
unendlich überschwoll.
Der Geist hilft meiner Schwäche
mit seiner Stärke nach;
ich spreche nach die Worte,
die flüsternd er mir sprach.
Er macht die Seele fruchtbar,
die sonst lag wüst und brach.
So mag der Geist denn wehen,
ich selber bleibe still.
Ich will meinen Willen versiegeln
mit der Taube Sigill,
sie trägt ihn dann im Geiste
wohin sie heilig will.