Ich lieb die Marie vom Gerngroß

M. von Kralik

Wenn Sie mich einmal besuchen,

werden Sie mein Los verfluchen,

denn in meinem Speisezimmer

liegen achtzig Meter Krimmer

zweiundneunzig Teddybären,

hundertachtzehn Nagelscheren,

tausend Stück gemischte Seifen,

Schlipse mit und ohne Streifen,

Seidenschals und Küchenwaagen,

Damenhemden, Smokingkragen;

alle Tage wird es mehr,

und der Grund ist einfach der:

Ich lieb' die Marie vom Gerngroß,

sie ist im Bedienen der Herr'n groß!

Seit Maria mich bedient,

komm' ich alle Tage hin,

denn mir geht nicht aus dem Sinn

die entzückende Verkäuferin!

Ich lieb' die Marie vom Gerngroß,

meine Lieb' ist sogar von fern groß,

und am Sonntag funk' ich schon:

Für die Freitagsokkasion

wünsche Platz ab acht Uhr früh

bei Maria!

Selig folgend ihren Spuren

kauf' ich siebzehn Weckeruhren,

um ein Wort von ihr zu hören,

zahl' ich zwei Damastportieren,

ihren Blick nur zu erhaschen,

füll' ich mit Odol die Taschen,

kauf' die ganze Restenwoche,

dass ihr Herz für mich nur poche,

doch sie lacht mich aus, die Range,

wenn ich einen Kuss verlange,

und sie schüttelt ihr Gelock:

Eheringe erster Stock!

Ich lieb' die Maria vom Gerngroß

etc.