Maiengrüße

M. von Kralik

Ihr Blümlein all im Wiesengrund,

so farbenfroh, so schön und bunt,

was soll in diesen Tagen

wohl euer Blühen sagen?

Ich meine, nur das Eine:

Die schönste Blum' in unser'm Reich,

weit schimmernd einer Lilie gleich,

die wollen wir begrüßen.

Der Holden nur gilt unser Blüh'n.

Möcht' jedes Herz in Lieb' erglüh'n

zu ihr, der Reinen, Süßen.

Ihr Vöglein all in Wald und Hain,

so sangesfroh, so lieb und klein,

was soll in diesen Tagen

wohl euer Liedchen sagen?

Ich meine, nur das Eine:

Die Jungfrau, der sich alles neigt

und Lieb' und Ehrfurcht ihr bezeigt,

die wollen wir begrüßen.

O möchte auch der Menschen Mund

verkünden gern zu jeder Stund'

das Lob der Reinen, Süßen!

Ihr Sternlein all' am Himmelszelt,

so fern, und jedes eine Welt,

was soll in diesen Tagen

wohl euer Leuchten sagen?

Ich meine, nur das Eine:

Den schönsten Stern am Firmament,

den Morgenstern, den jeder kennt,

den wollen wir begrüßen.

Ein heller Stern strahlt durch die Nacht,

es ward den Völkern Heil gebracht

von ihr, der Reinen, Süßen.