Pfingstsonntag

M. von Kralik

Das stille Morgenlied, und in der Kirche

aus Gold und Glanz und Rosablass und Blau

die alten Bilder an den hohen Wänden,

geschmückt zum Fest von hundert frommen Händen

mit Blumen rings aus Wald und grüner Au.

Und draußen auf dem Wiesenplatz voll Schweigen

in reiner Herrlichkeit ein Meer von Licht,

Kastanien in tausend weißen Kerzen,

wie Himmelsliebe, die aus Menschenherzen

in Sehnsucht aus der Knospenhülle bricht.

Und in der holden feierlichen Schönheit

Pfingstrosenblätter, heißen Tropfen gleich,

die von dem fernen, ach so nahen Eden

mit ungezählten Feuerzungen reden

von dem ersehnten dritten Wunderreich.