Sonne

M. von Kralik

Sonne, du mein gold'nes Herzgestirn,

ehe dich des Himmels Herold preist,

allen Wand'rern deine Schönheit weist,

und die Strahlenpfeile heilend schwirren,

hör' ich schon die Flammenräder klirren;

auf des Blutes blüh'nder Bahn verheißt

nur ein Leuchten früh dein Kommen, Geist,

von den Pfaden, die sich mir verwirren.

Ehe durch das purpurwogende Gefild

Liebesschar den Wagenthron umringt,

hör' ich deinen Born, der mir im Herzen quillt,

und ich lausche rein und schaugeneigt,

bis erlöst von Traum und Spiegelbild

deine Lichtgestalt mir frei entgegensteigt.