Das Tälchen der Heimat
M. Winkler
O Tälchen der Heimat, so wonnig und schön,
so traulich umflochten von wonnigen Höh'n!
Da säuseln die Lüfte erquickend und mild,
da wandelt der Friede im strahlenden Bild.
Im Tälchen der Heimat umduftendem Grün,
wo Veilchen und Rosen und Lilien blüh'n,
da ruhet sich's friedlich am kühlenden Bach,
da rufet das Echo dem Fröhlichen nach.
Im Tälchen der Heimat beim wechselnden Spiel,
entsprossen der Jugend der Freuden so viel,
da trübet kein Kummer den fröhlichen Sinn,
da eilen die Stunden geflügelt dahin.
Im Tälchen der Heimat, da möcht' ich im Duft
der blühenden Linde, in moosiger Gruft
entschlummern, wenn einst mich der Abend begrüßt
und sehnend das sterbende Auge sich bricht.