Das Waldglöcklein
M. Zenger
Ich hör' ein Glöcklein durch den Wald
Mit sanfter Stimme schallen,
Das rufet zu ein friedlich Halt
Den Müden, die da wallen.
O Glockenruf! o theurer Klang!
Ein süßes Heimweh macht mich krank,
Da ich dich höre schallen.
Wie deine Töne mild und rein
An's Herz mir mahnend schlagen,
Ist mir's, ich säh' im Abendschein
Mein Heimatskirchlein ragen,
Zum Vaterhause zög' ich hin,
Wo ich fast nicht geweilet bin
Seit meiner Kindheit Tagen.
Ach, wohl zur Heimat rufest du,
O Glöcklein, alle Frommen,
Daß finden Fried' und Seelenruh,
Die deinen Ruf vernommen.
O laß mich werden als ein Kind,
Daß ich von Herzen rein gesinnt
Zur Heimat möge kommen.