Hirtenlied

M. Zenger

Auf Bergen da wehen die Winde so frisch;

In unseren Seeen sind goldene Fisch';

Da pfeifen und singen die Vögel so hell,

Und tanzen und springen die Wasser so schnell;

Drum sind wir so fröhlich und singen so gern

Ein Liedelein selig zum Lobe des Herrn.

Kein besseres Kissen in Freude und Schmerz

Dann gutes Gewissen und ehrliches Herz;

Die Treue, den Glauben, den fröhlichen Muth

Kann Niemand uns rauben, das ist unser Gut.

Wir schaffen vom Morgen bis Abend mit Fleiß

Und lassen Gott sorgen, da wird uns nicht heiß.

Und wenn nach der Schwüle die Sonne erbleicht,

Und schattig und kühle der Abend sich zeigt

Mit gold'nem Gefieder, mit funkelnder Brust;

Dann singen wir Lieder in fröhlicher Lust.

Wir ziehen die Hüte und beten dazu:

"Gott schenk' uns in Güte die selige Ruh'."