Wechsel

Manfred Trojahn

Auf Kieseln im Bache da lieg' ich, wie helle!

Verbreite die Arme der kommenden Welle,

Und buhlerisch drückt sie die sehnende Brust;

Dann führt sie der Leichtsinn im Strome darnieder;

Es naht sich die zweite, sie streichelt mich wieder:

So fühl' ich die Freuden der wechselnden Lust.

Und doch, und so traurig, verschleifst du vergebens,

Die köstlichen Stunden des eilenden Lebens,

Weil dich das geliebteste Mädchen vergißt!

O ruf sie zurücke die vorigen Zeiten!

Es küßt sich so süße die Lippe der Zweiten,

Als kaum sich die Lippe der Ersten geküßt.