Der Wandrer und sein Schatten

Maria Bach

Nicht mehr zurück? Und nicht hinan?

Auch für die Gemse keine Bahn?

So wart' ich hier und fasse fest,

was Aug' und Hand mich fassen läßt!

Fünf Fuß breit Erde, Morgenroth,

unter unter mir - Welt, Mensch und Tod!

Da horcht es rings

und athmet kaum

kein Vogel singt

da überläuft

es schaudernd, wie

ein Glitzern, das Gebirg.

Da denkt es rings -

und schweigt -

Die Sonne schleicht zum Berg

und steigt und steigt

und ruht bei jedem Schritt.

Was ward die Welt so welk!

Auf müd gespannten Faden spielt

der Wind sein Lied.

Die Hoffnung floh -

er klagt mir nach.

Es geben Eisgebirg und Tann' und Quell

ihm Antwort auch,

doch sehen wir die Antwort nur.

Denn schneller springt vom Fels herab

der Sturzbach wie zum Gruß

und steht, als weiße Säule zitternd,

sehnsüchtig da.

Und zwischen Eis und todtem Graugestein

bricht plötzlich Leuchten aus -

solch Leuchten sah ich schon:

das deutet mir's -