Untreu und Trost
(Maria) Heinrich Schmidt
Da drob'n auf jener Linden
Schlief ich und ruht des Nachts
Bei mei'm Feinsliebchen oben
Die ganze Nacht.
Die Blätter von der Linde,
Die fielen all auf mich.
Wenn mich mein Schatz verlassen thut hat,
Das kränket mich.
Daß mich mein Schatz verlassen hat,
Das kommt daher:
Sie dacht sich zu verbessern,
Betrog sich gar sehr.
Und wenn sie mich verlassen hat,
Was scheer ich mich denn drum?
Wer weiß, ob ich und sie einmal
Zusammen kumm.
Das Ringlein, das du von mir hast,
Steck' du's an deine Hand,
Ich bin einmal dein Schatz gewest,
Das macht dir keine Schand.