Erkaltende Liebe

Matthieu Roy

Im letzten Atemzug des Herbstes,

der das fröstelnde Schilf am Seerand streift,

raunt es tonlos... Es sind das traurige Wasser und die Weide,

die miteinander sprechen:

Die Weide: ich werde müde, schau! Mein Laub fällt

und legt sich auf deine kristallene Kühle...

Du, der mir Begleiter war, sei heute mir das Grab

meines gewesenen Frühlings!

Sie sagt: das Blatt fällt ab und wird das braune Wasser steigen lassen.

Das Wasser antwortet: Oh meine blasse Geliebte,

lass' nicht langsam, Blatt für Blatt,

dein Laub fallen.

Dieser Kuss, sei gewiss, tut mir ebenso weh,

wie der Hieb der schweren Ruder...

Der Schauder, den er mir gibt, ist wie eine Wunde,

die stetig größer wird!...

Wie dieses vereinzelte und langandauernde Beben mich quält!

Warum mich nach und nach vergessen?

Grausame, schüttle gleich mit einem Mal,

all deine Abschiedsküsse auf deine Geliebte herab.