Serenade aus Marino Faliero

Max Bruch

Wenn dich die Sorgen des Lebens bedrücken,

Steig in die Gondel, das Liebchen im Arm.

Achte nicht auf die Paläste und Brücken,

Acht' auf die Schöne und halte sie warm.

Wellen und Winde, sie regen sich kaum,

Eng ist, doch traulich der dunkle Raum,

Den nur die Sonne der Liebe bescheint,

Und wo man Tränen vor Wonne nur weint!

Du hast nicht immer deine sechzehn Jahr',

Nicht immer dieses schöne Rot und Weiß,

Du hast nicht immer dieses schwarze Haar,

Nicht immer Einen, der dich liebt so heiß!