Ungarisch
Max Bruch
Leise zieht ein Kahn zum Strande still und trüb,
darin liegt im Brautgewande todt mein Lieb,
weil mein Täubchen mir entrissen, wein' ich heiß,
und von meinen Thränengüssen schwillt die Theiß!
Laßt ein stilles Grab uns schütten hier im Gau,
daß sie ruhe sanft inmitten blum'ger Au,
unter jenen Trauerweiden schlumm're dort,
wo Vergißmeinnicht umkleiden still den Ort!
Über seine Uferthale schwillt der Fluß;
Liebchen, nimm zum letzten Male meinen Gruß!
In die stille Heimath kehre ich zurück,
suchend, ob ich dort mag finden neues Glück.
Horch, im Rohre lispelt's sanft,
und der Heimath Hütte dampft,
fliehe nicht, mein Täubchen, bleibe hier,
ach, ein liebes Weibchen fehlet mir!