Frühlingslied

Max Spicker

Es brechen im schallenden Reigen

Die Frühlingsstimmen los,

Sie können's nicht länger verschweigen,

Die Wonne ist gar zu groß!

Wohin, sie ahnen es selber kaum,

Es rührt sie ein alter, ein süßer Traum!

Die Knospen schwellen und glühen

Und drängen sich an das Licht,

Und warten in sehnendem Blühen,

Daß liebende Hand sie bricht.

Wohin, sie ahnen es selber kaum,

Es rührt sie ein alter, ein süßer Traum!

Und Frühlingsgeister, sie steigen

Hinab in der Menschen Brust,

Und regen da drinnen den Reigen

Der ew'gen Jugendlust.

Wohin, wir ahnen es selber kaum,

Es rührt uns ein alter, ein süßer Traum!