Der Glückliche

Mendelssohn

Ich hab' ein Liebchen lieb recht von Herzen,

Hellfrische Augen hat's wie zwei Kerzen,

Und wo sie spielend streifen das Feld,

Ach, wie so lustig glänzet die Welt!

Wie in der Waldnacht zwischen den Schlüften

Plötzlich die Täler sonnig sich klüften,

Funkeln die Ströme, rauscht himmelwärts

Blühende Wildnis - so ist mein Herz!

Wie vom Gebirge

ins Meer zu schauen,

Wie wenn der Seefalk, hangend im Blauen,

Zuruft der dämmernden Erd'

, wo sie blieb? -

So unermesslich ist rechte Lieb'!