Serenade am Seeufer

N. Gade

Der Sänger

Still ist die Mondnacht, freundliche Helle

strahlt ihr verschlossenes Fenster nicht mehr.

Möchtest du, statt dort zu tändeln, o Welle,

spielen und singen,

Grüße ihr bringen?

Ach dann erfreutest ihr Herz du so sehr!

Die Welle

Stille! Ich singe mit plätscherndem Ton

leise der Lauschenden

lieblich den rauschenden

Herzen einlullenden Zaubersang schon.

Der Sänger

Ob ihr wohl ahnet im Arme des Schlummers

wer ihr erweckte den schmeichelnden Klang?

Dämmernd entschwinden der Sorg' und des Kummers

trübe Gestalten;

lieblich entfalten

SYSTEMBilder und Träum' sich bei meinem Gesang.

Die Welle

Wechselnde Rythmen erfindend gewandt

roll' ich, schaukelnde

SYSTEMBilder vorgaukelnde

Welle mich klar an den blumigen Strand!

Der Sänger

Brennende Sehnsucht, schmelzende Klagen,

flechten die bebenden Töne zum Kranz,

zieh'n hold durch's Reich der Träum' und verjagen

freundlich und milde

Nebelgebilde,

die dir umdüstern der Sterne Glanz.

Die Welle

Öffnet die Arme geschmeidig und rund

wünsch ich, die bebende

Sehnsucht belebende

Well', ein Schlafwohl ihr mit murmelndem Mund!